International üblich sind "gescrambelte
Turniere", das heißt, etwa dreimal in einem Turnier werden die O-W-Spieler
zu Nord-Süd (bzw. eben die N-S-Spieler zu O-W). Unser Computer beherrscht
dieses Movement allerdings (bis jetzt) nur bis 14 Tische. Einer der Fachleute
ist zweifelsohne Hr. Bernscherer. Er wurde zu einer Stellungnahme gebeten.
Erläuterung von Hr.
Bernscherer zu gescrambelten Turnieren.
Vorteile von scrambled
gegenüber normalen Mitchellvarianten wären:
1. Bei gleicher Anzahl von Paaren, die Meisterpunkte
erhalten, ist die Gesamtsumme der Punkte höher
2. Es gibt einen Sieger
3. Die Spieler haben subjektiv das Gefühl, mehr
Gegner gesehen zu haben
4. Das Movement ist gerechter (bei mehreren
Durchgängen), Linienturniere mit zwei Siegern sind gerecht, aber eben zwei
verschiedene Turniere (eins für NS, eins für EW)
Begründung:
Spiele ich eine Partie als NS, so profitiere
ich von guten Leistungen der EW-Paare an den anderen
Tischen (die spielen "mit" mir) und von schlechten Leistungen der
anderen NS-Paare (meine Gegner).
Hat nun ein Paar eine exzellente
Performance, so muss ich hoffen, dass es "mit" mir spielt, also die
andere Himmelsrichtung, und weiters, dass dieses Paar nicht gegen mich spielt.
Ein Movement ist also dann gerecht, wenn jedes Paar mit jedem anderen gleich
oft in derselben Richtung und in der anderen Himmelsrichtung spielt. Dafür gibt
es verschiedene Maßzahlen: Die Summe der Absolutabstände von der Mitte (30
Runden, 20x in derselben Richtung; optimal wären 15x --> Abstand ist 5), der
Quadrate der Abstände (Standardabweichung in der Statistik). Eingebürgert hat
sich das vierte Moment, also die vierten Potenzen der Abstände. Damit werden
kleine Abweichungen gering bewertet, große hingegen deutlich bestraft.
5. Die Setzung verliert an Bedeutung, da man
ja mit jedem Paar gleich oft verglichen wird, wie man mit ihm spielt.
Gefragt, wie oft
und wann gedreht werden soll:
Nach Theorie
sollten etwa ein Drittel der Runden gedreht gespielt werden, das wären in Eurem
Fall 4 oder 5. Das in die letzten Runden zu legen ist eine mögliche Variante,
es gibt aber auch helle Köpfe, die sich den Kopf zerbrochen haben und das ganze
optimiert haben (anders je Tischanzahl).
Aber drei können
durchaus genügen.
Schöne Grüße
Christian